Heutzutage gibt es Wavepools in allen Formen und Größen, wobei verschiedene Technologien für eine ganze Bandbreite chlorierter Nervenkitzel sorgen. Doch seit ein gewisser elfmaliger Weltmeister sein Frankenstein-Monster im kalifornischen Kuhland entfesselt hat, scheint die Welt des künstlichen Surfens eine bestimmte Art menschengemachter Welle etwas vergessen zu haben: die stehende Welle.
Im Gegensatz zur Nutzung eines abgeschnittenen Flugzeugflügels als Foil — wie bei der Surf Ranch — oder eines Systems aus Luftdruckimpulsen — wie im BSR Cable Park — ist eine stehende Welle eher wie ein konstanter Wasserschwall, der über eine wellenförmige Rampe schießt. Das Ergebnis? Eine stehende Wand aus Wasser, ähnlich einer stationären Welle, wie man sie beim Wildwasser-Rafting erleben könnte. In diesem Sinne sind stehende Wellen eher mit dem Flusssurfen als mit dem Surfen im Ozean vergleichbar.
CityWave mit Sitz in Deutschland ist einer der führenden Anbieter im Bereich stehender Wellen. Das Unternehmen entstand aus dem Wunsch heraus, künstliche Nachbildungen der Eisbachwelle in München zu schaffen — dem wohl beliebtesten Flusssurfspot der Welt. Und nun, nachdem CityWave seine Technologie an Standorten in ganz Europa, an einem Ort in Japan und an einem Ort in Israel umgesetzt hat, melden sie sich mit ihrem bisher größten und besten Projekt zurück: einer 50 Fuß breiten stehenden Welle in Chelan, Washington. Und ja, man kann sie mit echten Surfboards und vollwertigen Finnen surfen.
Um mehr über das neue Projekt zu erfahren — und auch ein wenig darüber, wie stehende Wellen eigentlich funktionieren — haben wir mit dem Erfinder und CEO von CityWave, Rainer Klimaschewski, gesprochen.
Wie ist die Geschichte von CityWave, und wie kam das Projekt in Washington zustande?
Ich habe hier in München mit dem Surfen im Fluss angefangen. Bevor ich ans Meer gefahren bin, war meine erste Erfahrung, auf einem Surfbrett zu stehen, im Fluss. Dann machten wir eine Reise von München nach Biarritz — 15 Stunden Fahrt, mit den Surfbrettern alle auf dem Autodach. Und ehrlich gesagt: Ich habe in der ganzen Woche keine einzige Welle erwischt …
